Grundel krank (Valenciennea sexguttata)

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    • Grundel krank (Valenciennea sexguttata)

      Hallo zusammen!

      Meine Schläfergrundel sieht erbärmlich aus und ich wäre froh um eure Ratschläge. Sie baggert seit mehreren Monaten nicht mehr richtig, war aber bis vor ein paar Wochen fit und munter. In den letzten zwei Wochen ist sie immer dünner geworden, hat aber noch gegessen und schien ansonsten ok. Vor ein paar Tagen "hockte" sie am Boden und "atmete" schwer. Das legte sich vorübergehend, ist jetzt aber andauernd so und unterdessen sie ist komplett abgemagert. Sie schwimmt noch rum, aber der Körper ist so komisch verbogen / "geknickt" (zur Seite). Ausserdem ist ein Auge trüb und die Iris fehlt, grösser ist es aber nicht. Sie ist die letzten Tage raus gekommen, wenn ich füttere, isst aber nur sehr wenig und findet das Futter schlecht. Allenfalls hat sie auch Mühe koordiniert zu schwimmen. Die letzten Stunden hat sie von der "Schnappatmung" abgesehen kaum einen Wank gemacht und ich denke nicht das sie es schafft:

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      Den anderen Tieren geht's gut. Ich habe zwei Clownfische, eine Putzergarneele (Lysmata amboinensis), eine Wurdemann's Garneele, ca 5 Einsiedler, zwei Kauri-Schnecken, eine Babylonia, eine unbekannte Anzahl Turboschnecken und ein kleiner Seeigel. Dann noch zwei Kupferanemonen (war mal eine), Blauscheibenanemonen und verschiedene Korallen (u.a. Pilzlederkoralle, Gorgonien etc.).

      Ich habe das Becken (ca. 250 l) im Februar 2017 übernommen. Die damalige Grundel starb kurze Zeit nach dem Umzug auf ähnliche Art, nur schneller. Habe dann im August letzten Jahres nochmals einen Anlauf genommen und ein Päärchen gekauft. Die gingen aber getrennte Wege und die Kleinere wurde bald mager. Sie hat sich irgendwann (ebenfalls schwer "atmend") verkrochen und ist nie mehr aufgetaucht...

      Mein jetziges Sorgenkind hat am längsten durchgehalten (die anderen starben innert wenigen Tagen), aber ich denke trotzdem nicht, dass sie durchkommt. Es war ein grosses kräftiges Tier und hat immer fleissig gegessen.

      Wer hat noch Erfahrung mit dieser Art? Mache ich etwas falsch oder ist das "normal"? Und weiss jemand etwas über die Lebenserwartung dieser Grundel? Die Clownies sind jedenfalls sehr viel älter (ich meine sieben Jahre oder so) und haben regelmässig ein Gelege. Auch sonst scheint alles in Ordnung zu sein im Becken. Wasserwerte habe ich keine neuen, die letzte Analyse war vor zwei Monaten und grossmehrheitlich in Ordnung. Die zu tiefen KH und Ca Werte habe ich korrigiert. Habe immer mal wieder ein paar Cyanos, aber mit absaugen war's im Rahmen. Hinweise, Tipps, Empfehlungen etc. willkommen!

      Schon mal herzlichen Dank und Grüsse aus dem Baselbiet

      Nicole
      Grüsse, Nicole
    • Hallo Nicole

      Nachstehend ein Auszug welchen ich im Meerwasserlexikon gefunden habe.

      Hinweis: Sehr oft verhungern Grundeln in unseren Meerwasseraquarien, je mehr die Tiere baggern, umso mehr Energie verlieren sie und so kann ein Teufelskreis entstehen, der im ersten Schritt zu einem heftigen Verdrängungswettbewerb eines eigentlich gut eingespielten Paar kommt (es ist nicht genug Futter für beide Tiere im Becken vorhanden) und zuletzt wird die verbleibende Grundel immer dünner und dünner.


      Lösung: Es ist sinnvoll, die Grundeln zum einen mit Frostfutter direkt zu versorgen, indem das Futter direkt vor den Eingang der gebauten Höhle gebracht wird, nachdem der restliche Besatz satt gefüttert wurde.
      Zusätzlich sollte über die ganze in Frage kommende Baggerfläche für die Grundel ein zusätzliches Futter, z.B. Futtergranulat oder Futtertabletten eingebracht werden, damit die Grundeln beim Baggern auf tatsächlich Futter aufnehmen können.

      Gruss und viel Glück
      Peter
    • Hoi Nicole

      Wenn man die Tiere gross kauft oder übernimmt, dann weiss man nicht wie alt sie sind.
      Abmagern ist meist ein deutliches Zeichen in den letzten Monaten bevor sie sterben. Meist werden sie nur ein paar Jahre alt.

      Natürlich benötigen sie feinen Sand zum Grundeln und genügend abwechslungsreiches Futter zu fressen, sowie keinen Stress durch andere Fische, damit sie nicht vorzeitig sterben.

      Deine Grundel sieht so aus, dass ich nicht mehr an eine Genesung glaube. So abgemagert sind bestimmt auch schon Organe betroffen und die Schwanzflosse sieht auch schlecht aus, was eine weitere Folgeerscheinung sein kann.

      Sorry für die schlechte Nachricht.
      Gruss Ben
      Mitglied im VMN

      Seepferdchenbecken, ein Riffbecken und kleine Aufzuchtbecken
      Biete diverse Korallen und Ableger
    • Vielen Dank für die rasche Rückmeldung

      @ Peter: Danke für den Hinweis. Ich habe davon gehört, dass die Sexguttata mitunter schlecht frisst und zu viel baggert. Ich vermute, das war bei der kleinen Grundel vor einem Jahr mit ein Grund, dass sie es nicht geschafft hat. Bei dieser Grundel war das aber nie ein Problem. Sie war sehr flink, wenn's Futter gab und hat immer viel Frostfutter "verputzt". Dafür war sie "baggerfaul".

      @ Ben: Dann erscheint es plausibel, dass sie einfach alt ist. Es hat Sand zum baggern, aber sie war in dieser Hinsicht nie sehr fleissig. Sie stand aber sonst gut im Futter und Stress durch andere Fische hatte sie auch nicht. Es ist ganz allgemein friedlich in meinem Becken. Ich habe sie seit eineinhalb Jahren und sie ist soweit für mich erkennbar nicht gewachsen in der Zeit. Ich bin auch davon ausgegangen, dass sie stirbt - das ist manchmal unausweichlich. Da ich aber zu wenig Erfahrung habe, wollte ich auch wissen, ob allenfalls mit dem Becken etwas nicht stimmt oder ob ich etwas anders machen müsste. Im Moment scheint das nicht der Fall zu sein.

      Was ist nun das Beste für das arme Tier? Kann/darf/muss ich warten, bis sie von selbst stirbt? Bin da etwas ratlos, die anderen haben sich jeweils versteckt und sind immer seltener rausgekommen. Das Ende habe ich nie mitbekommen.
      Grüsse, Nicole
    • Nicole-BL wrote:

      Was ist nun das Beste für das arme Tier? Kann/darf/muss ich warten, bis sie von selbst stirbt?
      Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
      Von fett bis zum Tod hatte ich auch schon welche, die ein Dreivierteljahr abnahmen und sonst einen fitten Eindruck machten. Da war es für mich klar, dass sie weiter leben durften. Im Verhältnis zur Lebenserwartung ein nicht zu vernachlässigender Zeitraum. Sieht nicht so schön aus, doch bei mir haben die Tiere Asyl - auch wenn es eben optisch nicht schön aussieht!
      Und wenn es dann vom Verhalten her klar wird, dann leben sie in der Regel nur noch wenige Wochen bis Tage.
      Altersbedingt eingehende Fische haben mir noch nie ein Problem bereitet, auch wenn sie dann irgendwo in einer Spalte zersetzt wurden.
      Gruss Ben
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    • Wenn das so ist, erhält die Gute selbstverständlich auch bei mir Asyl. Dass sie nicht mehr ansehnlich ist, stört mich nicht, solange sie nicht leidet. Diesbezüglich habe ich mit Fischen keine Erfahrung, deshalb meine Frage. Und vielen Dank für Deine hilfreiche Antwort! Ich werde sie möglichst nicht stressen, damit sie ihre Ruhe hat. Sie war heute eigentlich immer am selben Ort und die anderen Tiere haben sie nicht gestört.

      Herzliche Grüsse

      Nicole
      Grüsse, Nicole